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Reply · Quote Olgar ♪ (Administrator) #1
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Subject: In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?
Anlässig des Antrages des dasBrot e.V. bei "dieGesellschafter" möchte ich hier eine sehr wichtige Diskussion anregen, die wir in Folge eines Förderungsantrages im Sinne des Vereins beantworten müssen. Und zwar, in was für einer Gesellschaft wir leben möchte. Ich würde mir wünschen, dass diese Diskussion auf eine rege Beteiligung stößt und ihr euer Herzblut sowie euren Unmut bzw. Verbesserungsvorschläge hier vortragt. Macht euch keines Falls abhängig von vorhergehenden Beiträgen oder gar meiner Vision. Bitte seid so individuell wie möglich. Ferner wünsche ich mir, dass hier nicht geliebtschwülzt wird, sondern wir uns schon in dem einen oder anderen Punkt auf einen enbrannten Streit um inzelne Punkte stützen könnten.

Viel Spaß und viel Glück ;)
"Das Leben ist schon eines der härtesten."
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Reply · Quote Olgar ♪ (Administrator) #2
User title: Pferdeflüsterer
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Mein erster und sehr spontaner Gedanke, der sicher viel zu wenig Facetten beleuchtet:

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Eine Gesellschaft die durch Demokratie und Toleranz ausgezeichnet sein soll, muss den Ansprüchen von Demokratie und Toleranz gerecht werden. Somit ist es nötig, dass es jedem und jeder frei steht sich zu bilden und zu informieren. Jeder und jede muss das Recht auf freie Meinungsäußerung haben und es müssen Einrichtungen entstehen zur Diskussion sowie Möglichkeiten zur Einflussnahme auf Dinge, die einen selbst betreffen.

Eine Gesellschaft die lebenswert ist, darf nicht die Augen verschließen vor radikalen Gruppierungen oder diese von Grund auf verschreien und verfolgen, sondern ihren Keim, die Ignorierung von Gruppierungen und Volksgruppen, sowie deren Vernachlässigung bekämpfen. Dieser Ansatz muss spätestens bei Jugendlichen gesetzt werden, die eine hohe Anfälligkeit haben, aus ihrer Suche nach Identifikation in einen Anfall des Missmutes zu verfallen und Halt in radikalen Gruppierungen finden, da sich dort ein Ventil für ihre sonst nicht gehörte Kritik findet.

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Ich hoffe ich stoße nicht nur auf Ablehnung.
"Das Leben ist schon eines der härtesten."
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Reply · Quote Daniel (Moderator) #3
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In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?
Ich habe mir über diese Frage wirklich lange den Kopf zerbrochen und ich komme zu dem Schluß, dass es wesentlich einfacher ist, an einer Gesellschaft rumzumäckeln. Klar sollte sein, dass es die perfekte Gesellschaft niemals geben kann, denn jeder hat durch seine Lebenserfahrung eigene Werte und Normen "gesammelt". Diese können von Person von Person je nach Umfeld stark variieren.

In meiner perfekten Gesellschaft hätte die jeweilige politische Gesinnung weniger Einfluß auf das Leben der Menschen als es aktuell der Fall ist. Ich will damit nicht sagen, dass die Meinungsfreiheit durch Institutionen des Staates limitiert wird. Vielmehr spreche ich von einem Konsens, der die politische Auseinandersetzung auf bestimmte Bereiche, wie zB Diskussionsrunden oder staatliche Institutionen wie ein Parlament oder Ortsräte beschränkt. Die Menschen hätten begriffen, dass Urteile keineswegs innerhalb von Sekunden gefällt werden, sondern über Jahre hinweg.
In meiner perfekten Gesellschaft würden politische Prozesse ohne den Einfluss von Großkapitalisten ablaufen. So würden elementare Interessen wie zB der Umweltschutz ihre verdiente Aufmerksamkeit bekommen.
In meiner perfekten Gesellschaft würde die Bildung einer jeden einzelnen Person intensiv gefördert werden.

Das ganze ist vermutlich ein wenig wirr, so wie ich selbst im Moment. Die vorangegangenen Äußerungen stellen lediglich ein Versuch dar, die im Anfang gestellte Frage zu beantworten.
Vielleicht können wir uns gar keine andere Gesellschaft vorstellen als die, in der wir leben bedingt durch unsere Erziehung?
"Mmm... brunnenkress-ig"
Reply · Quote L!.B3r47!0n #4
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In meiner perfekten Gesellschaft würden politische Prozesse ohne den Einfluss von Großkapitalisten ablaufen.
Was soll das denn konkret heissen? Kapitalismus abschafen, oder nicht?

...darf nicht die Augen verschließen vor radikalen Gruppierungen oder diese von Grund auf verschreien und verfolgen, sondern ihren Keim, die Ignorierung von Gruppierungen und Volksgruppen, sowie deren Vernachlässigung bekämpfen.
Mhhh...du solltest dich natürlich fragen warum denn überhaupt "Radikalismus" entsteht, und das nicht jeder Radikalismus gleich ist, sondern es noch Inhalte gibt, die eben diesen Radikalismus ausmachen. Das heisst, dass Rechtsradikalismus nicht mal ansatzweise mit Linksestremismus verglichen werden kann, da du sonst nen ignoranter Trottel wärst, und ich dich nicht gut finden würde...

F.D.K
"the irrepressible lightness and joy of being communist."
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Reply · Quote Olgar ♪ (Administrator) #5
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Danke, dass du das hier mal wieder eröffnet hast. Ich wollte sowieso mal wieder ausführlicher schreiben. Nun nehm ich aber erstmal kurz Stellungnahme.

Quote by L!.B3r47!0n:
Kapitalismus abschafen, oder nicht?
Ich stehe an sich für einen demokratischen Sozialismus, der allerdings kapitalistische Aspekte aufgreift - wo konkurenzdenken angebracht ist.

Quote by L!.B3r47!0n:
Mhhh...du solltest dich natürlich fragen warum denn überhaupt "Radikalismus" entsteht, und das nicht jeder Radikalismus gleich ist, sondern es noch Inhalte gibt, die eben diesen Radikalismus ausmachen. Das heisst, dass Rechtsradikalismus nicht mal ansatzweise mit Linksestremismus verglichen werden kann, da du sonst nen ignoranter Trottel wärst, und ich dich nicht gut finden würde...

Ich Veralgemeinere Radikalismus allerdings. Für mich ist jede Art ein Verbrechen und wird von Menschen durchgeführt, die entweder kein Ziel im Leben sehen bzw. sich selbst aufgegeben haben oder von jenen, die nicht genügend informiert sind - meiner Meinung nach. Es ist erwiesen, dass es weder ein Mittel zum Zweck noch überhaupt ein Mittel für irgendetwas als Gewalt sein kann. Die Inhalte zählen nicht, denn es gibt in Gewalt keinen Inhalt, sondern Gewalt.
Da sollte man klein Anfangen und sich anschauen, wie man Hunden "Richtig" und "Falsch" beibringt. Hier hat man es auch erkannt. Dass man es bei Menschen nicht erkennt, ist wiederum die Schuld derer, die meinen es erkannt zu haben und Steine schmeissen.
"Das Leben ist schon eines der härtesten."
Reply · Quote L!.B3r47!0n #6
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Subject: mhh...
relative leeres und unwissenschaftliches statement...einfach den ganzen Brei nochmal überdenken...kb das jez auszuführen...vielleicht mach ich das später...
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Reply · Quote noreia #7
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Nunja, also wenn ich richtig informier bin, so ist Radikulismus ja nicht gleich Gewalt. Oder seh ich das jetzt irgentwie falsch?

Die Begriffe Radikalismus und Extremismus beschreiben politische Ziele und Methoden, die stark von der jeweils bestehenden Gesellschaftsordnung bzw. Wirtschaftsordnung abweichen.
Quelle (wiki)

radikal (v. lat.: radix = Wurzel, Ursprung)
Quelle (wiki)

Radikalismus will somit nur etwas von der Wurzel auf verändern. Verfassungsfeindlich ist das sicherlich, aber es doch nicht unbedingt etwas mit Gewalt zu tun?!
Du sagst zu mir "genieß dein Leben"
Doch keiner kann mir sagen, wie man das macht.
Reply · Quote L!.B3r47!0n #8
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...korrekt..."Radikalismus" muss nicht zwangsläufig physische Gewaltbereitschaft implizieren...aber oft besteht eben diese Gewaltbereitschaft...richtig so...weiter so...bock auf boxen?...


F.D.K
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Reply · Quote Eike #9
User title: <= Viel Spaß damit...
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L!.B3r47!0n:
Das heisst, dass Rechtsradikalismus nicht mal ansatzweise mit Linksestremismus verglichen werden kann, da du sonst nen ignoranter Trottel wärst, und ich dich nicht gut finden würde...
Wissenschaftliches Statement, kann ich so unterschreiben...     Ähem, Nö!
Jemand, der etwas vergleichen möchte (um vielleicht sogar zum Schluss zu kommen, dass es eine Gegenüberstellung wird, die die Unterschiede aufzeigt) zeigt wenigstens, dass er sich mit beiden Seiten auseinandersetzt. Deine Aussage ist schlicht und ergreifend ignorant. Und du kannst auch Rechts"radikalismus" mit Links"radikalismus" oder Rechts"extremismus" mit Links"extremismus vergleichen, dann sind sogar schon Wortteile gleich. ;-)
Life is pleasant. Death is peaceful. It's the transition that's troublesome.
- Isaac Asimov -
This post was edited on 2006-12-21, 21:11 by Eike.
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Reply · Quote Skalte #10
User title: habe vertrauen
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Rechtsextremistische Propaganda richtet sich gegen Schwache, linksextremistische gegen Starke.

Toralf Staud – Moderne Nazis / Die neuen Rechten und der Aufstieg der NPD; S. 215f.
[...] Wißt ihr noch: Schwefel, Scheiterhaufen, Rost... Was für Albernheiten.Ein Rost ist gar nicht nötig, die Hölle, das sind die anderen.

- Jean-Paul Sartre
Reply · Quote L!.B3r47!0n #11
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Subject: ...kleine Korrektur...
...es ist problematisch Links- und Rechtsextremismus zu vergleichen...natürlich nicht unmöglich. Jedoch schlussfolgern viele Menschen das es viele Parallelen gäbe, was wiederum häufig zur Gleichsetzung führt...somit wäre es also ignorant die Inhalte auszublenden...vor allem weil:"Linksextremismus rock´s"

F.D.K
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Reply · Quote Olgar ♪ (Administrator) #12
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In reply to post #10
Quote by Skalte:
Rechtsextremistische Propaganda richtet sich gegen Schwache, linksextremistische gegen Starke.
o_O ?


Quote by L!.B3r47!0n:
"Linksextremismus rock´s"
o_O ?
"Das Leben ist schon eines der härtesten."
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Reply · Quote Eo #13
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Ich möchte in einer Gesellschaft leben, in der jeder sagen und tun kann was er will, soweit das andere nicht verletzt oder/und erniedrigt. Dass einzige was vom Staat kontrolliert wird, ist das eigentlich von selbst sozial funktionierende System der freien Marktwirtschaft so weit da einzuschränken und zu dämmen, wo es zu ausufernden Ausbeutung bestimmter gesellschaftlicher Schichten kommen könnte.

Hmm...

Oh, in sowas leben wir ja schon!

Na denn bin ich soweit zufrieden. :-D
Reply · Quote Spouk #14
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Dass einzige was vom Staat kontrolliert wird, ist das eigentlich von selbst sozial funktionierende System der freien Marktwirtschaft

 :-D  :nuts:

sehr amüsant, Gutester.

Funktioniert super sozial dieses System, vor allem durch seine konsequente Auschliessung großer Teile der Bevölkerung vom gesellschaftlichen Reichtum, der immer unnötiger werdenden Lohnarbeit beim gleichzeitigen Setzen dieser als einzige Existenzgrundlage (um nur 2 Aspekte zu nennen).Mit einem Rechtsstat der es erlaubt bewohnbare Häuser abzureißen und Essensberge zu vernichten und gleichzeitig Häuser besetzen und wegeworfenes Essen klauen verbietet, von den Begleiterscheinungen wie Rassismus, Sexismus und Antisemitisimus mal ganz abgesehen.
Das wird auch durch den Euphemismus der "freien Marktwirtschaft" nicht besser.

Ich glaube beim "Linksextremismus" geht es vor allem um ein Definitionsproblem. Bürgerliche Vorstellungen (wie zb. die des Inlandgeheimdienstes VS) setzen das Bestehende als Mitte und alles was davon zu sehr abweicht als Links oder Rechtsextrem. So eindimensional sind Dinge wie "Gewalttätigkeit" oder ähnliches natürlich einfach nicht zu fassen. Es gab ja mal den Versuch die Horizontale noch durch eine Vertikale zu ergänzen, also quasi ein Koordinatensystem zu haben bei der die eine Achse wirtschaftliche Positionen (von ganz rechts: Kapitalismus bis ganz links Kommunismus) und die andere autoritäres Politikverständniss (von libertär bis autoritär) Kennzeichnen sollte. Das war schon genauer, reicht aber immer noch nicht wirklich aus.

Die Definition von bestimmten Meinungen als "extrem" ist oft nur eine Masche um diese zu diskreditieren und sich nicht weiter mit ihnen auseinanderzusetzen. Ich finde es zum Beispiel ganz schön Extrem den Kapitalismus mit all seiner Gewalttätigkeit als "gut" zu setzen. Gilt aber gemeinhin nicht als extrem einfach weil diese Begriffe so definiert sind, dass sie die herrschenden Zustände unangreifbar machen sollen. 

Von daher würde ich mich auch selber nie als linksextrem bezeichnen, selbst wenn andere mir diesen Stempel aufdrücken mögen.
Klar kannst Du Dich mal melden, halt nur nicht bei mir.
Und wer kann denn jetzt was wofür?
Zusammen eine Generation, denn was bleibt uns übrig.
Ich weiss, dass ihr wisst, dass ich es weiss.
Keine Ahnung, ob das beweist, dass es irgendwann besser wird.
Arroganz als beste Waffe.(But Alive)
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Reply · Quote Eo #15
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@Spouk:
Da sind zwei wichtige Wörter am Anfang meines Beitrages, aus dem du zitierst, aber anscheinend übersehen hast:
Ich möchte
Und wenn du meinst, aus dem Bruchteil des Bruchteils meiner dir bisher bekannten Ansichten ein Urteil bilden zu können, dann finde ich das schlicht arrogant oder besser: ignorant.
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