Diese Seite ist eine Betaversion. Du findest Fehler? Bitte beim Admin melden!
Diese Seite melden - drucken - ++ - --
Not logged in. · Lost password · Register
Reply · Page:  previous  1  2 
Reply · Quote Spouk #16
Member since Dec 2006 · 226 posts
Group memberships: Benutzer, Brotkern
Show profile · Link to this post
In reply to post ID 10195
sorry Ich bilde mir kein Urteil über Dich oder deine Meinung als Ganzes. Das wäre tatsächlich anmaßend. Ich beurteile dass was du geschrieben hast und das war: Ich möchte in einer Gesellschaft leben in der... "die freie Marktwirtschaft von selbst sozial funktioniert", dann schriebst du am Ende noch, dass dies eigentlich schon gegeben sei.

Das habe ich kritisiert , freie Marktwirtschaft (aka Kapitalismus) ist nunmal einfach nicht sozial und dafür hab ich auch nen paar Argumente angeführt. Das ging mir keinesfalls darum dich persönlich anzupissen,sondern nur um die Sache an sich.  cheers
Klar kannst Du Dich mal melden, halt nur nicht bei mir.
Und wer kann denn jetzt was wofür?
Zusammen eine Generation, denn was bleibt uns übrig.
Ich weiss, dass ihr wisst, dass ich es weiss.
Keine Ahnung, ob das beweist, dass es irgendwann besser wird.
Arroganz als beste Waffe.(But Alive)
Avatar
Reply · Quote Eo #17
Member since Jun 2005 · 842 posts · Location: Neustadt am Rübenberge!
Group memberships: Benutzer, Brotkern
Show profile · Link to this post
@Spouk:
Deine "Kritik" bestand im Wesentlichen nur hieraus:
:-D   :nuts:
Der folgende Rest ist nur deine Ansicht, die an meiner (soweit ich sehe) in keinem Kontext steht.
Zugegeben, ich habe geahnt, dass du mich wohl missverstanden hast. Aber ich habe inzwischen kein Bock mehr darauf, die Unachtsamkeit anderer auszubügeln. Es waren zu viele Unachtsame, die ich versucht habe alle(!) auf ihre Unachtsamkeit aufmerksam zu machen, die meisten sind aber sehr bemüht darum, ihre Unachtsamkeit zu vertuschen.

Zur Klärung des Missverständnisses:
Eo sagte:
Dass einzige was vom Staat kontrolliert wird, ist das eigentlich von selbst sozial funktionierende System der freien Marktwirtschaft so weit da einzuschränken und zu dämmen, wo es zu ausufernden Ausbeutung bestimmter gesellschaftlicher Schichten kommen könnte.
Das "eigentlich" deutet auf die Theorie von Adam Smith hin, dass das eigennützige Streben der Menschen zum Wohl der gesamten Gesellschaft beiträgt, die von Karl Marx kritisiert wurde. Ich nahm an, dass du diese Kritik kennst, da du an vielen Stellen marxistische Ansichten vertrittst(soweit meine erfühlte Erinnerung mich nicht täuscht). Mit diesem "eigentlich", nehme ich für diesen Beitrag kurz diese Perspektive ein, und erläutere dann die Funktion des Staates, dieses "eigennützige Streben" nicht ausufern zu lassen, und diese zu kontrollieren, damit grade die von dir sogenannte "konsequente Ausschließung großer Teile der Bevölkerung vom gesellschaftlichen Reichtum" nicht eintrifft.

Bei Fragen: FRAGEN!
Reply · Quote L!.B3r47!0n #18
User title: Sozialstalinist
Member since Dec 2006 · 28 posts · Location: Tel Aviv
Group memberships: Benutzer
Show profile · Link to this post
Subject: ...bla...
Das Gewaltmonopol des Staates
Staatssynthese und Funktion eines (National-) Staats
Nicht immer gab es Staaten und sie waren auch nicht plötzlich existent. In der Staatenbildung ist also ein Vorgang zu sehen und kein zeitlich zu fixierendes Moment. Wladimir Iljitsch Uljanow (Wladimir Iljitsch Lenin) verwies darauf schon in einer Vorlesung an einer russischen Universität, inder er über das Thema „Über den Staat“ referierte. Darin verweist er einleitend auf eine staatenlose Zeit, geht jedoch weniger auf den Prozess der Entstehung ein. Joachim Hirsch, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Frankfurt/ Main, geht etwas genauer auf die Staatenbildung ein und gibt zugleich Definitions- und Verständnisansätze bezüglich des Begriffs >>Staat<<: „…[Es] bedarf  (…)  zuerst einmal einer Verständigung darüber, was eigentlich unter »Staat« zu verstehen ist und welches Verhältnis zwischen dem modernen Staat und der politischen Demokratie besteht. Denkt man an die Parteien, Regierungen und Parlamente, die Finanzämter, die Gerichte, das Militär und die Polizei, so scheint erst mal offenkundig zu sein, was »Staat« ist. In Wirklichkeit ist dem aber nicht ganz so. Zu allererst gilt es festzuhalten, daß es Staaten im heutigen Sinne nicht immer gegeben hat. Nicht jede politische Herrschaft nimmt die Gestalt eines von der
»Gesellschaft« getrennten »Staates« an. Das Gebilde, das wir als »Staat« bezeichnen,
hat sich erst mit der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft herausgebildet
und stellt eines ihrer grundlegenden Strukturmerkmale dar.“ (aus: Joachim Hirsch: Der nationale Wettbewerbsstaat, Berlin/ Amsterdam 1995, S. 16) Es besteht also offensichtlich ein Zusammenhang zwischen der Herausbildung der bürgerlich- kapitalistischen Gesellschaft und der Staatssynthese. Dieser lässt sich auch anhand von Adam Smiths Liberalismustheorie erklären, in der zwar Wirtschaft und Staat klar von einander getrennt werden, jedoch die Notwendigkeit eines des Staates als unsichtbare Hand besteht. Er sichert die Grundrechte und reglementiert den offenen Wettbewerb, um überhaupt Mehrwerterzielung und kapitalistische Produktionsweise zu ermöglichen. Sie steht also in direkter Abhängigkeit zum Staat und braucht ihn als Grundlage. 
Das heutige Staatsmodell entstand also parallel mit dem Aufkommen der bürgerlich- kapitalistischen Gesellschaft. Und auch Smiths Liberalismustheorie impliziert einen Staat, der unserem heutigen Staatsverständnis entspricht. Die kapitalistische Produktionsweise bedingt also einen Staat und seine Funktion besteht darin diese zu sichern und zu gewährleisten. Die Mittel können hierfür allerdings variieren.


Gewaltenteilung/ Machtkonzentration

In modernen Demokratien ist eine Gewaltenteilung üblich, die im heutigen Demokratieverständnis vieler Menschen eines der primären Bewertungskriterien einer progressiven Gesellschaft ausmacht. Geschichtlich gesehen ist die Gewaltenteilung keine Idee die erst im 20. Jahrhundert umgesetzt wurde. Sie wurde ebenfalls in früheren Königshäusern angewandt um Macht mit Macht zu zügeln und ist auch Bestandteil der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika, die 1787 in Kraft trat.
In der Theorie der Gewaltenteilung, auch Gewaltentrennung genannt, wird also die Macht eines Staates in verschiedene Bereiche eingeteilt. Sie wird separiert. Die drei bekanntesten dieser geteilten Machtbereiche stellen die Legislative, die Exekutive und die Judikative dar. Die Legislative grenzt den Bereich der gesetzgebenden Gewalt ein. Im Bezug auf Deutschland bilden zum Beispiel der Bundestag, der Bundesrat und die Länderparlamente die Legislative. Dieser Machtbereich beschließt dann also Gesetze und Regelungen, die in Folge von der Exekutive, der ausführenden Gewalt, wie zum Beispiel der Regierung und Landesregierungen, aber auch der Polizei, umgesetzt werden müssen. Die zuvor beschlossenen Gesetze werden dann im extremsten Fall mit physischer Gewalt durchgesetzt, wie zum Beispiel bei Demonstrationen, Räumungen, Inhaftierungen etc. Den letzten Teilbereich der bekanntesten Form der Gewaltenteilung bildet die rechtsprechende Gewalt, die Judikative. Zu ihr gehören alle Gerichte wie der Bundesgerichtshof, das Bundesverfassungsgericht und dem Bundesverwaltungsgericht. Bei einem möglichen Gesetzesbruch wird dort das Recht oder Unrecht der betroffenen Person anhand des Gesetzes geprüft. Es wird also nach keinem allgemein vorhandenem, natürlichem Gerechtigkeitsverständnis geurteilt, sondern nach dem geltenden Recht, dem Gesetz.             
Diese aufgeführten Bereiche der Gewaltenteilung sind die bekanntesten. Sie werden unter dem Begriff der Horizontalen Ebene zusammengefasst. Neben ihr existieren noch weitere, die jedoch nicht direkt dem Staatsapparat angehören.
Auch die Mediengewalt kann als ein Bereich der Machtteilung innerhalb eines Staates gesehen werden, die aufgrund ihres großen Einflusses auf die Bevölkerung als solche bezeichnet werden kann. Die Dezisive Ebene bilden zum Beispiel Gewerkschaften und andere Interessengruppen, die ebenfalls auf bestimmte politische Beschlüsse Einfluss haben.
Abschließend ist zu sagen, dass einzelne Bereiche des Staatsapparates getrennt werden, um gegenseitige Kontrolle und Einhaltung der Gesetzte und Rechte zu gewährleisten, sie also vor Misshandlung zu schützen. Dies sorgt jedoch auch für eine gewisse Undurchsichtbarkeit, und auch die Verfolgbarkeit von Fehlentscheidungen fällt schwerer, da auch die volle Verantwortung nicht mehr auf einen einem Machthaber konzentriert ist. Dies kann auch im Interesse eines Staates sein, da seine Legitimität in seiner Gesamtheit schwerer anzuzweifeln ist. Er ist schlicht nicht so leicht angreifbar.



Gesetze/ Verfassung/ autoritätserhaltende Maßnahmen 

Jeder moderne demokratische Staat definiert sich über eine Verfassung, eine Konstitution. Sie beinhaltet die grundlegenden Anforderungen die an den Staat gestellt werden, zum Beispiel die Gleichheit vor dem Gesetz, und bildet zugleich einen grundlegenden Gesetzeskatalog, der in Form von anderen Gesetzesbüchern ausgeweitet werden kann, zum Beispiel dem Arbeitsrecht. 
Die von der Legislative beschlossenen Gesetzte bilden das Recht. Die Judikative hat im Zweifelsfall zu entscheiden was Recht und was Unrecht ist. Dies geschieht anhand der Gesetze, dem geltenden Recht.
Gesetze untermauern somit die Autorität eines Staates. Sie zwingen dazu sich daran zu halten, oder sie zumindest nicht zu brechen, da ansonsten Strafe durch physische Gewalt wie Inhaftierung droht und wendet gleichzeitig und dauerhaft strukturelle Gewalt an, da mögliche Bedürfnisse die zu einer Straftat führen durch Gesetze unterdrückt werden und Bestrafung somit angedroht wird.
Die Androhung, also die strukturelle Gewalt, und die direkte Durchführung, z.B. die Inhaftierung bei Gesetzesbruch, dienen also dem Erhalt der Staatsmacht. Bei Gesetzlosigkeit würde sich also die Funktion des Staates, das Regeln und Sichern von Grundrechten, die formelle Gleichheit und das Recht auf Privateigentum an Produktionsmitteln, um kapitalistische Produktionsweise zu ermöglichen und nachträglich zu gewährleisten, von allein aufheben. 
Der Staat setzt also seine Bevölkerung in Konkurrenz, bezüglich ihrer Arbeitskraft, aber sorgt gleichzeitig dafür, dass sie sich zum Beispiel nicht gegenseitig umbringen, um die Konkurrenz zu beseitigen. Er ist also Auslöser und Zügler der kapitalistischen Produktionsweise.




Notwendigkeit der autoritätserhaltenden Maßnahmen eines (National-) Staats

„In Gleichsetzung von Gewalt mit Macht und Herrschaft wird von Staatsgewalt gesprochen: Der Staat hat für ein bestimmtes Gebiet (Staatsgebiet) und für eine bestimmte Bevölkerung (Staatsvolk) das Monopol der Gewaltanwendung, um Gesetzte durchzusetzen (z.B. mit Geldbußen, Freiheitsstrafen, teilweise die Todesstrafe).“ (aus: Drechsler, Hilligen, Neumann: Gesellschaft und Staat, Lexikon der Politik, Signal Verlag, Baden- Baden 1989, S. 288)
Die einfachste Schlussfolgerung aus dem angeführten Zitat ist, dass Gesetze von Seiten des Staates durchgesetzt werden müssen, um für öffentliche Ordnung und das Recht, definiert anhand der Gesetzesgrundlagen, jedes einzelnen zu sorgen. Dem ist nicht zu widersprechen, jedoch ergibt sich aus dieser Schlussfolgerung eine andere Fragestellung. Warum sorgt der Staat überhaupt dafür?
Wie ganz am Anfang im Zitat von Joachim Hirsch zu lesen ist, scheint es einen Zusammenhang zwischen Staatenentstehung und Aufkommen der bürgerlich- kapitalistischen Gesellschaft zu geben. Damit besteht also auch ein direkter  Zusammenhang zu Adam Smiths Liberalismustheorie, die, wie Anfangs erwähnt, einen Staat impliziert. Auch wenn es nicht den spezifischen, überall gleichen Kapitalismus gibt, so setzen doch alle verschiedenen und neuen Formen die gleichen Grundvoraussetzungen voraus. Sie alle setzen also einen Staat voraus um kapitalistische Produktionsweise, die Erzielung eines Mehrwerts, zu betreiben. Dieser Staat reglementiert dann die Voraussetzungen, in Form von Grundrechten und Gesetzen, um einen gleichen Wettbewerb zu ermöglichen und das Fortbestehen der Produktionsweise zu sichern. Es besteht für diese Produktionsweise also die Notwendigkeit eines Staates, der ein Gesetzeswerk entwirft und aktiv durchsetzt, das bei Gesetzesbruch bestraft um somit auch nachhaltig seinen Machtstatus zu sichern, den der Kapitalismus beansprucht und voraussetzt.
Andersherum steht der Staat also auch in direkter Abhängigkeit der Wirtschaftsweise, da ohne sie dafür  keine Notwendigkeit besteht.
Trotz Gewaltenteilung besteht also die Notwendigkeit das Autoritäts- und Machtverhältnis erhalten bleiben. Es wird aufgrund des Gewaltmonopols des Staates aufrechterhalten und stellt auch zugleich ein Merkmal da. „Das Vorhandensein einer monopolisierten, institutionalisierten und legitimierten Gewalt wird […]geradezu als Merkmal für einen Staat genommen.“ (aus: Drechsler, Hilligen, Neumann: Gesellschaft und Staat, Lexikon der Politik, Signal Verlag, Baden- Baden 1989, S. 288)
 

Quellenverzeichnis:
Bücher:
W.I. Lenin: Vorlesung an der Swerdlov-Universität, Über den Staat, 11.Juli 1919
(aus: Ausgewählte Werke, Verlag Marxistische Blätter GmbH, Frankfurt am Main1971, S.203)  

Joachim Hirsch: Der nationale Wettbewerbsstaat, Berlin/ Amsterdam 1995

Drechsler, Hilligen, Neumann: Gesellschaft und Staat, Lexikon der Politik, Signal Verlag, Baden- Baden 1989 

Internet:
http://www.gegenstandpunkt.com/vlg/staat/staat_i.htm

http://kf.x-berg.de/index.html

http://www.junge-linke.de/zur_sache.html
"the irrepressible lightness and joy of being communist."
This post was edited on 2006-12-26, 00:19 by L!.B3r47!0n.
Reply · Quote Spouk #19
Member since Dec 2006 · 226 posts
Group memberships: Benutzer, Brotkern
Show profile · Link to this post
In reply to post #17
er folgende Rest ist nur deine Ansicht, die an meiner (soweit ich sehe) in keinem Kontext steht.

Der Inhalt verändert sich doch nicht durch den rethorischen Trick, dem ganzen durch den Stempel "nur meine Ansicht" irgendwie Subjektivität zu unterstellen, geh doch einfach mal auf das gesagte ein anstatt drumrum zu reden.


ann die Funktion des Staates, dieses "eigennützige Streben" nicht ausufern zu lassen, und diese zu kontrollieren, damit grade die von dir sogenannte "konsequente Ausschließung großer Teile der Bevölkerung vom gesellschaftlichen Reichtum" nicht eintrifft.

Genauso funktioniert der Staat aber nicht. Der Staat ist,vielmehr Beschützer vor den Auswirkungen seiner eigenen Prinzipien. Genauer:
Der Staat ermöglicht und festigt erst die Auschliessung großer Teile der Gesellschaft vom tatsächlichen gesellschaftlichen Reichtum. Und zwar durch die Setzung aller Menschen als untereinander konkurrierende Privateigentumsbesitzer. Er verbietet es eben ausdrücklich nicht Essensberge aus Profitgründen zu vernichten während Leute verhungern, sondern hält vielmehr die Verhungernden davon ab sich ihr essen zu klauen (durch sein Gewaltmonopol). Der Staat setzt alle Staatsbürger in den Kampf aller gegen Alle und sorgt dann dafür, dass alle Beteiligten sich an diese Spielregeln halten.Das gilt allerdings tatsächlich nicht nur für die Schwachen sondern auch für die "Starken" Teilnehmer der Gesellschaft. Eine abstrakte Gleichbehandlung faktisch ungleicher Menschen führt aber logischerweise zu einer Manifestation der ungleichheit.

Nochmal via Zitat deutlich gemacht:

Der Kapitalismus benötigt ein gesetzliches Regelwerk und eine zentrale Instanz, die diese Regeln durchsetzt, damit die Marktwirtschaft überhaupt erst von statten gehen kann. Andernfalls würden sich unter den Bedingungen des Privateigentums die stärkeren Firmen Armeen zu tun, welche Rohstoffe und kleinere Firmen erobern und ArbeiterInnen mittels direkter Gewalt in die Fabriken treiben würden. Es würde eine geregelte kapitalistische Wirtschaft nicht existieren können, sondern ein Hauen und Stechen der einzelnen Privateigentümer stattfinden. Darum beansprucht der bürgerliche Staat für sich das Monopol auf Gewalt und duldet neben sich keine Instanzen, die sich mittels Gewaltausübung zu ihrem Recht verhelfen.

Das bedeutet aber nicht, dass der Staat generell die Auschliessunung großer Teile der Bevölkerung vom gesellschaftlichen Reichtum verbieten würde. Er bremst den Kapitalismus nur dort wo er so gewalttätig wird, dass seine eigene Existenz gefährdet ist.
Klar kannst Du Dich mal melden, halt nur nicht bei mir.
Und wer kann denn jetzt was wofür?
Zusammen eine Generation, denn was bleibt uns übrig.
Ich weiss, dass ihr wisst, dass ich es weiss.
Keine Ahnung, ob das beweist, dass es irgendwann besser wird.
Arroganz als beste Waffe.(But Alive)
Reply · Quote Spouk #20
Member since Dec 2006 · 226 posts
Group memberships: Benutzer, Brotkern
Show profile · Link to this post
Huch, da hat Rene ja schon kurz vor mir ne ausführliche Antwort gepostet!

Um nochmal mit dem guten Agnoli und seinem Staatsverständniss ein bischen was nachzulegen:
- Die Zukunft des Staates, der Ökonomie und der zivilen Gesellschaft werden heiß diskutiert. Eine prinzipielle Staatskritik wie die Ihre zielt auf das Zerstören, ist auf das Absterben staatlicher Strukturen aus.'

Zerstören? Zwar sagt Marx in einer Inauguraladresse, man müsse, um der Emanzipation willen, den Staat zerstören. Ich schlage für die gleiche Sache aber eine andere Bestimmung vor: Es geht darum, daß man neue Organisationsformen der Gesellschaft findet. Der Staat ist auf Unter und Überordnung gegründet, ist Ausdruck einer Politik, die sich als Herrschaft versteht. Was also überwunden werden soll, nenne ich den objektiven Zwangscharakter unserer Gesellschaft. Die Tatsache also, daß unser gesellschaftliches Leben bestimmt wird durch Strukturen, die einen Zwangscharakter haben. Diese Strukturen konkretisieren sich dann auf der politischen Organisationsebene als heutiger Staat. Was ja nicht immer der Fall war, denn der, Staat ist eine relativ moderne Erscheinung.

- Sie betonen: Wer den Staat aufheben will, der muß ihn auch entsprechend kennen. Und Sie kritisieren, daß die wenigsten ihn heutzutage richtig kennen. Was ist also ganz konkret der bürgerliche Staat, den Sie als ein sinnlich­übersinnliches Wesen bezeichnen?

Die Bezeichnung »übersinnlich« wird von Marx auf die Ware bezogen, und genauso wie die Ware ist der Staat sinnlich ­ und zugleich übersinnlich. Der Staat ist ein riesiges ideologisches Konstrukt. Das hat man immer im Auge, wenn man sagt, der Staat sei die bloße Erscheinungsweise kapitalistischer Gesellschaft. Doch der Staat ist nicht nur das, er ist nicht nur die freiheitlich­demokratische Grundordnung. Der Staat treibt zum Beispiel auch die Steuern ein. Er hat also auch eine sinnliche Seite, eine des konkreten Eingriffs in den Alltag der Menschen, aber auch des konkreten Eingriffs in die Ökonomie. Das ist meine alte Auseinandersetzung mit dem orthodoxen Marxismus. Von dem her meinen manche, daß der, Staat nicht die Möglichkeit habe, in die Ökonomie, in den Verwertungsprozeß einzugreifen. Das stimmt aber nicht, denn schon das Steuersystem ­ an sich eine anscheinend oberflächliche Erscheinung ­ greift doch in den Verwertungsprozeß ein, setzt bestimmte Rahmen, und nur innerhalb dieser Rahmen kann das Kapital seinen Verwertungsprozeß organisieren. Es ist ja keineswegs so, daß nur die abhängigen Massen Steuern zahlen. Auch nicht, daß das Kapital nur auf dem Markte, völlig jenseits des Staats, existieren würde. In Italien etwa hat man neuerdings eine 27prozentige Steuer auf Börsengewinne erhoben. Da kann man doch nicht behaupten, daß dies kein Eingriff in die Selbstbewegung des Kapitals bedeuten würde.
Aber die Frage, in welcher Form diese Steuern erhoben werden, wurde immer vernachlässigt. Man war so sehr von dem Dogma beherrscht, die Kapitalbewegung sei alles, daß man darüber nicht bemerkte, wie außer der Kapitalbewegung nicht nur Milliarden Menschen existieren, sondern vieles vor sich geht, an dem das Kapital selbst gar kein Interesse hat. Das jedoch gesellschaftlich notwendig ist. Nehmen wir nur die ganzen Infrastrukturprobleme.

- Also gehören Sie zu denen, die sagen, daß eine staatliche Struktur solange existent sei, solange es die kapitalistische Produktionsweise gibt?

Ja. Das Kapital kommt ohne die politische Form nicht aus. Das Kapital ist ein gesellschaftliches Produktionsverhältnis, nicht nur ein ökonomisches. Zu dieser Basis. gehört der Staat.Er ist die rechtliche Ordnung, die die gesellschaftlichen Reproduktionsverhältnisse organisiert. Insofern ist er der Knecht des Kapitals ­aber es gibt gute und schlechte Knechte.
Klar kannst Du Dich mal melden, halt nur nicht bei mir.
Und wer kann denn jetzt was wofür?
Zusammen eine Generation, denn was bleibt uns übrig.
Ich weiss, dass ihr wisst, dass ich es weiss.
Keine Ahnung, ob das beweist, dass es irgendwann besser wird.
Arroganz als beste Waffe.(But Alive)
This post was edited on 2006-12-26, 00:24 by Spouk.
Avatar
Reply · Quote Eo #21
Member since Jun 2005 · 842 posts · Location: Neustadt am Rübenberge!
Group memberships: Benutzer, Brotkern
Show profile · Link to this post
@Spouk:
Ich habe auf die Frage des Themas geantwortet. Auf mehr wollte ich nicht eingehen. Du willst, ich nicht. Das habe ich nochmal deutlich zu machen versucht. Dieser Versuch wurde und wird von dir erfolgreich ignoriert. Also ignoriere ich dich jetzt. Vielleicht hörst du dann auf meinen Versuch zu ignorieren. Dann höre ich auch auf. Wir können dann über das reden, was ist, und nicht, was sein könnte oder sollte. Denn das versuche ich zu meiden.

@L!.B3r47!0n:
Schöner Text. Hab mir die Mühe gemacht, den durchzulesen. Und was willst du nun damit sagen?

Und erkläre mir noch bitte, was das "...bla..." in deinem Betreff bedeuten soll.
Reply · Quote Spouk #22
Member since Dec 2006 · 226 posts
Group memberships: Benutzer, Brotkern
Show profile · Link to this post
Gut, ich möchte gerne mit Dir über die Funktion des Staates im Kapitalismus reden, da ich nach allem was du über diese geschrieben hast glaube, dass du da einiges falsch verstanden hast oder eben falsch beigebracht bekommen hast. Dein Meta Diskurs ist mir dabei recht egal. Mir gehts wie gesagt, um den Inhalt der Sache. Wenn du dazu nicht diskutieren willst dann lass es halt. Ich poste meine Kritik trotzdem weil hier halt noch andere Leute passiv mitlesen, die sich sicherlich auch ihre Gedanken über das Geschriebene machen werden....Du kannst doch nicht erst irgendwas schreiben und dann ein Verbot verhängen darüber zu diskutieren.
Klar kannst Du Dich mal melden, halt nur nicht bei mir.
Und wer kann denn jetzt was wofür?
Zusammen eine Generation, denn was bleibt uns übrig.
Ich weiss, dass ihr wisst, dass ich es weiss.
Keine Ahnung, ob das beweist, dass es irgendwann besser wird.
Arroganz als beste Waffe.(But Alive)
This post was edited on 2006-12-26, 01:41 by Spouk.
Avatar
Reply · Quote Eo #23
Member since Jun 2005 · 842 posts · Location: Neustadt am Rübenberge!
Group memberships: Benutzer, Brotkern
Show profile · Link to this post
Ich hab kein Verbot verhängt. Ich möchte nur nicht mehr auf diese Theorien eingehen. Ist das so schwer zu verstehen? Schreibe einfach weiter darüber, irgendjemand wird dir schon darauf antworten. Was ich dazu zu fragen habe, habe ich dem L!.B3r47!0n in Beitrag #21 schon geschrieben. Falls er oder du darauf eingehen, werde ich auch darauf antworten.
Avatar
Reply · Quote Timo #24
User title: troie scheibe
Member since Aug 2005 · 561 posts · Location: Neustadt
Group memberships: Benutzer, Brotkern
Show profile · Link to this post
Die Politik fährt Karussell, in Deutschland wird gewählt
Die Häscher sind auf Wählerfang, wenn jede Stimme zählt
Schwarz oder grün, gelb oder rot
Scheißegal wer gewinnt, verlieren wirst du

Armes Deutschland, du hast die Wahl
konservativ, oder radikal
Armes Deutschland, entscheide dich
doch etwas ändern, wirst du damit nicht

Es ist die Zeit der großen Worte
dreiste Lügen und Heuchelei Und die korrupte Prominenz
steht ganz vorne mit dabei
Du darfst den Metzger wählen der dich zur Schlachtbank führt
Geblutet wird auf jeden Fall egal wer dich regiert

Armes Deutschland, du hast die Wahl
alternativ, oder liberal
Armes Deutschland, entscheide dich
doch etwas ändern, wirst du damit nicht


Einigkeit und Recht und Freiheit
sind des Glückes Unterpfand
Die Wirtschaft hält im Hintergrund die Fäden in der Hand
Die Politik wird nichts dran ändern und es ist ganz egal von wem
Die bleiben oben und du unten das ist der Fehler im System

Armes Deutschland, du hast die Wahl
wer gewinnt und verliert und wer die Zeche dafür zahlt
Armes Deutschland, du hast die Wahl
wie du dich entscheidest, ist scheißegal

Verlorene Jungs - Armes Deutschland

We busted out of class had to get away from those fools
We learned more from a three minute record
Than we ever learned in school
Reply · Quote Spouk #25
Member since Dec 2006 · 226 posts
Group memberships: Benutzer, Brotkern
Show profile · Link to this post
Obwohl der SongText teilweise arg stumpf ist fällt mir zu der tendenziell richtigen Message dieser Geniestreich (ja das sind meine Theorieidole) ein:

Was Du auch wählst - es kommt immer "Deutschland" dabei raus

http://www.junge-linke.de/staat_und_nation/was_du_auch_whl…
Klar kannst Du Dich mal melden, halt nur nicht bei mir.
Und wer kann denn jetzt was wofür?
Zusammen eine Generation, denn was bleibt uns übrig.
Ich weiss, dass ihr wisst, dass ich es weiss.
Keine Ahnung, ob das beweist, dass es irgendwann besser wird.
Arroganz als beste Waffe.(But Alive)
Close Smaller – Larger + Reply to this post:
Verification code: VeriCode Please note the verification code from the picture into the text field next to it.
Smilies: :-) ;-) :-D :-p :blush: :cool: :rolleyes: :huh: :-/ <_< :-( :'( :#: :scared: 8-( :nuts: :-O
Special characters:
Reply · Page:  previous  1  2 
Go to forum