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Reply · Quote Kris (Administrator) #1
User title: Seelischer Amokläufer
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Subject: Don´t talk to the idiots
Kleines Essay einer Treptower Antifa Gruppe über den eigenen Umgang mit Nazis (Kadern und Mitläufern).

Mum said: „Don‘t talk to idiots!"

Warum wir nicht mit Nazis reden

Wenn man mit Nazis redet, unterhält man sich entweder über ihre persönlichen Probleme (Sozialarbeiter) oder man führt eine politische Diskussion mit ihnen. Warum wir als (...) Antifa Gruppe beide Arten des Gesprächs ausschließen, soll Thema dieses Artikels sein.
(...) Generell trennen wir in Mitläufer und Kader. Mitläufer zeichnen sich dadurch aus, dass sie ideologisch nicht gefestigt sind, aber mit den Nazis sympathisieren und z.T. auch jede Scheiße mitmachen, weil sie sich dann wichtiger und cooler fühlen. Im Klartext heißt das, dass sie alles mitmachen, was ein Nazi eben so macht: dumme Sprüche, andere einschüchtern, versuchen ordentlich deutsch zu sein, Aussehen wie ein Nazi, Nazi-Aufkleber kleben, an Nazi-Demos teilnehmen und auch Menschen verprügeln. Kader sind diejenigen, die bereits ideologisch gefestigt sind, d.h. die in einer Diskussion standhalten und ein Interesse daran haben mehr Menschen für die rechte Bewegung zu gewinnen. Dieser Vorgang wird häufig als Rekrutierung bezeichnet. Prinzipiell ist es bei Nazis so, dass es also Mitläufer gibt, die bestimmte Kader als Vorbilder haben, die ihnen helfen ihr Weltbild neu aus rechter Perspektive aufzubauen. Für uns ist dieses Weltbild vollkommen indiskutabel, da es auf falschen Analysen der Geschichte, der Gesellschaft und biologischer Merkmale basiert. Es ist inhuman, unemanzipatorisch und basiert auf Unterdrückung. Für uns gilt nach wie vor: Faschismus ist keine Meinung (über die diskutiert werden kann), sondern ein Verbrechen! Was gibt es denn da konkret politisch zu diskutieren ? Eine solche "Diskussion" setzt voraus, dass es zum Thema Holocaust, Rassismus und Antisemitismus verschiedene "Meinungen" gibt, zwischen denen mensch wählen könnte. Doch wir sind nicht bereit, mit Nazis zu überlegen, ob der Holocaust eine "alliierte Propagandalüge", "ein Verbrechen unter vielen" oder vielleicht gar "die richtige Antwort auf das Weltjudentum" war. Wir sind auch nicht bereit, darüber zu verhandeln, ob Menschen mit einer anderen Herkunft als "einfach nur anders" oder als "halt nicht integrierbar", als "biologisch weniger wert" oder als "zu bekämpfende Feinde" anzusehen sind. Nicht jede dummdreiste, vorsätzliche Lüge muss als zulässig und diskutabel anerkannt werden.

Lügen, Halbwahrheiten und Verleumdungen, die ganze Menschengruppen beleidigen und zu Sündenböcken stempeln, Hass gegen sie schüren, ihre Diskriminierung, Ausrottung oder Tötung propagieren, müssen nicht diskutiert werden. Die Nazis brauchen nicht zu glauben, ihre menschenverachtenden Ideen hätten ein Anrecht darauf, gleichberechtigt neben unseren Vorstellungen von einer besseren Gesellschaft akzeptiert und diskutiert zu werden. Erst recht nicht brauchen sie zu hoffen, dass wir zulassen, dass sie für den Stuss den sie verbreiten, auch noch mit Aufmerksamkeit, Fürsorge und Treffpunkten belohnt werden.

Nun gibt es allerdings viele Menschen die meinen, man müsse mit Nazis reden, um sie von einem anderen, humanistischen Weltbild zu überzeugen und ihnen ihre Widersprüche vor Augen führen. Das ist ja nicht verwerflich, schließlich ist jeder Mensch veränderbar. Das klappt allerdings nur bei Mitläufern und ohne Begleitung von ihren Kadern. Nazis stellen sich nur Diskussionspartnern, denen sie sich auch gewachsen fühlen und diejenigen die sich das selbst zutrauen sind keineswegs nur dumme Schläger oder "verwirrte Jugendliche, die mal über die Stränge schlagen". Für solche Situationen werden sie trainiert bei Schulungsveranstaltungen und in Gesprächen mit erfahrenen Nazis, indem mögliche Fragen und deren Antworten durchgesprochen werden. Bei Diskussionen äußert sich das, in dem der gefragte Nazi eine Antwort gibt, die nicht immer auf die Frage passt.

Wir sind der Meinung, dass Diskussionen mit Kadern gar nichts bringen, erst recht nicht bei öffentlichen Veranstaltungen. Ziel eines solchen Gesprächs sollte es schließlich sein, rechte Ideen als falsch, indiskutabel und wirr darzustellen und das wissen auch die Kader und bevor ihre Schäfchen (Mitläufer) in einer Diskussion unterliegen, mischen sie sich ein und retten die Situation. Einen Mitläufer sollte man allerdings mit seinem Weltbild konfrontieren und ihm somit Widersprüche innerhalb der Ideologien aufzeigen. Doch das erfordert schon etwas mehr, denn Vorurteile erweisen sich meist als sehr resistent und eine einmalige Widerrede zieht keinen Gesinnungswandel nach sich.

(...)Übrigens sind Rassismus, Sexismus und Autoritätsdenken tief in unserer Gesellschaft verwurzelt und nicht nur Sache von Schlägernazis. Uns ist es im Gegensatz dazu wesentlich wichtiger öffentliche Diskussionen anzuschieben und zu beeinflussen und die Opfer von rassistischen und faschistischen Übergriffen in den Mittelpunkt zu stellen.
Nationalität ist kein Qualitätsmerkmal.


"Ich habe einmal irgendwo gesagt, die machen alles falsch, die Autonomen, aber sie geben Hoffnung. Ich meine das in dem Sinne, daß wahrscheinlich die Perspektive falsch ist, aber wenn schon in dieser Gesellschaft ein Element des Bruchs vorhanden ist, dann ist das diese Autonomiebewegung. Ihr macht alles falsch, aber das ist sozusagen ein Funke Hoffnung."
-  J.Agnoli -
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Reply · Quote Mr Pink #2
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...wie geht man denn eigentlich laut der großen antifa-fibel mit den "kadern" um?
"ich glaub wir haben da verschiedene ansichten... also lass uns nicht diskutieren..."
(Original von K!lla M!llla im Thunderboard-Forum)
Reply · Quote Jan #3
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mit dem  "kader" hat man einfach nix zu tun.

Kader =
diejenigen, die bereits ideologisch gefestigt sind, d.h. die in einer Diskussion standhalten und ein Interesse daran haben mehr Menschen für die rechte Bewegung zu gewinnen


aber um zurück auf deine Frage zu kommen
Wir sind der Meinung, dass Diskussionen mit Kadern gar nichts bringen

So Steht das im text und aus der aussage folgere ich , dass man mit kadern auch nicht sprechen sollte.
aber die überschrift sagt eigentlich schon alles.

Mum said: „Don‘t talk to idiots!"

heterosexuelle scheisse ....

plus my only natural talent’s wasted on my alcoholic friends
my alcoholic friends
the party never ends
my alcoholic friends
This post was edited on 2007-08-02, 03:56 by Jan.
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Reply · Quote Mr Pink #4
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danke, danke, aber den text hab ich glaub ich verstanden.

ich wollte bloß wissen, wie die antifa gegen die faschistischen kader vorgehen will, wenn man den dialog ausschließt. gehirnwäsche? in's gefängnis stecken? totschlagen? in's ausland abschieben?

ich weiß es wirklich nicht - sagt es mir!
"ich glaub wir haben da verschiedene ansichten... also lass uns nicht diskutieren..."
(Original von K!lla M!llla im Thunderboard-Forum)
Reply · Quote Spouk #5
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Lebenslang Gulag und jede Woche ne halbe Stunde lang Hofgang...

Ein grundsätzliches Problem am mit Nazis reden ist doch, dass jemand der sich außerhalb des Strebens nach einer Gleichheit der Menschen verortet auf argumentativer Ebene in der Regel nicht zu überzeugen ist. Höchstens halt auf einer deskriptiven, also der zum Beispiel, dass Rassen faktisch nicht existieren und deswengen auch eine Rassenlehre keinen Sinn macht.

Das hindert dann aber trotzdem niemanden daran zum Beispiel immernoch für Sklaverei zu sein, solange das normative Urteil nicht lautet, dass es nach möglichkeit allen menschen gut gehen soll.
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This post was edited on 2007-08-08, 01:37 by Spouk.
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Reply · Quote Eo #6
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@Spouk:
Das erinnert mich an frustrierende Gespräche mit Kreationisten, und ihnen die Evolutionstheorie zu erklären. Oder gläubigen Atheisten die Unfähigkeit der bisherigen Wissenschaft Gottes Nichtexistenz zu beweisen. Oder hedonistischen BWLern die Bedeutung der Wirtschaftsethik. Oder radikalen Linken dass moralische Unverantwortlichkeit und inhaltliche Verantwortung keinen Gegensatz bilden.
Nicht dass sie zu blöd sind zu verstehen. Sie wollen nur nicht zuhören.
Reply · Quote Spouk #7
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Oder radikalen Linken dass moralische Unverantwortlichkeit und inhaltliche Verantwortung keinen Gegensatz bilden.

check nich was du mir damit sagen willst... bezieht sich das auf das problem leuten die normative urteile gefällt haben mit deskriptiven Argumentationen entgegenzutreten oder was? Oder war das einfach nur son polemischer Seitenhieb? Führ das mal bitte aus...
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Reply · Quote Eo #8
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Ja, war ein polemischer Seitenhieb um dir mal so richtig die Leviten zu lesen.  :rolleyes:
Reply · Quote Spouk #9
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womit ich jetzt immernoch gerne wüsste wo da jetzt der Bezug zu dem was ich geschrieben habe ist... also ganz ehrlich... kein scheiß und so!
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Reply · Quote Eo #10
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Ich wollte andeuten,
dass mich diese Unbelehrbarkeit von "Nazi-Kadern" an die Unbelehrbarkeit von anderen Gruppen erinnert, die sich genauso über die Unbelehrbarkeit anderen Gruppen ärgern, und wie ironisch dass alles in distanzierter Betrachtung erscheint. Y redet nicht mit X, weil X eh nicht zuhört. X hört nicht zu, weil Y ihnen eh nicht zuhört. ecetera ecetera drekcetera!
Reply · Quote Spouk #11
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aha du hast also nicht verstanden das es hier nicht ums Zuhören sondern um die Grenzen rationaler Überzeugungsmöglichkeiten geht?

Ich glaube man macht sich die Welt aus der Perspektive des nicht-teilnehmenden Beobachters etwas zu einfach...wobei dazu passend und weil ich es grade höre:

Well, I'm your typical hiphop political figure,
But I'm not left wing OR right wing. I'm the middle finger.
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This post was edited on 2007-08-10, 02:04 by Spouk.
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Reply · Quote Mütze #12
User title: mütze
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Täglich 4 - 7 stunden auf einem Stahlklotz feilen, und die ganze Problematik rückt in den Hintergrund. Das schöne daran: Man kann über so ziemlich alles nachdenken. Ja, man denkt so ziemlich über alles nach, weil man sonst wahrscheinlich verrückt wird. Und man stellt fest, dass dieser extremen Schnickschnack vollkommen belanglos ist.
Unter weißen Wolken trafen wir uns schließlich bei einem Kirschbaum in voller Blüte.
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Reply · Quote Eo #13
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In reply to post #11
@Spouk:
aha du hast also nicht verstanden(...)
Kannst du mir erklären, woraus du konkludierst, dass ich nicht verstanden haben soll?

Ich glaube man macht sich(...)
Ich fühl mich nicht angesprochen, also wen meinst mit "man"? Und die wichtigere Frage: Warum?
Reply · Quote Spouk #14
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mit "man" habe ich versucht der Aussage einen Anspruch auf objektive Gültigkeit zu geben. Der Rest war mein polemischer Seitenhieb.
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Reply · Quote Spouk #15
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Und man stellt fest, dass dieser extremen Schnickschnack vollkommen belanglos ist.

stimmt jetzt merke  ich auch , dass es im Grunde völlig belanglos ist wenn wieder das nächste Asylbewerberheim brennt. Danke dafür!
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