Subject: Mügeln - Stellungnahme einer Bloggerin
Auch wenn hier nicht mehr viel los ist und die rassistische Hetze eines deutschen Mobs vor 2 Wochen teilweise wieder im Alltag verschwindet, so habe ich einen interessanten und meiner Meinung nach guten Kommentar bei Lizaz Welt gefunden.
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Hemmungslose Herrenrasse
Das Strickmuster ist im Grunde immer das gleiche: In einem ostdeutschen Kaff werden Menschen, die nicht so aussehen, als könnten sie jederzeit der NPD beitreten, gejagt und halb oder ganz tot geschlagen. Der Bürgermeister beharrt gleichwohl darauf, in seinem Örtchen gebe es gar keine Rechtsradikalen, und fürchtet oder beklagt einen Imageschaden. In Politik und Medien heißt es, der Standort respektive das Ansehen Deutschlands im Ausland sei in Gefahr – was bekanntlich weit schwerer wiegt als Angriffe auf die körperliche Unversehrtheit der Opfer –, weshalb man künftig runde Tische organisieren, Zivilcourage lehren, die NPD verbieten, Aktionsprogramme ins Leben rufen und der Jugend andere Perspektiven, als alles Undeutsche kurz und klein zu hauen, offerieren müsse. Gleichzeitig vergisst kaum jemand zu betonen, im Osten gebe es nach zwei Diktaturen nun mal ein Demokratiedefizit – was wohl heißen soll, dass die jeweiligen Schläger oder Messerstecher nicht so recht Herr ihrer Sinne, sondern letztlich auch nur Opfer der Verhältnisse seien, Modernisierungsverlierer sozusagen. In der betroffenen Ortschaft zeigt man sich dessen ungeachtet störrisch, lässt die Jalousien herunter, weist alle Vorwürfe von sich und schilt die Medien, die das alles bloß hochspielten. Im Fall der Attacke eines fünfzigköpfigen deutschen Pogrompöbels auf acht Inder in Mügeln war das kein bisschen anders.
Fast auf den Tag genau fünfzehn Jahre zuvor hatte ein Mob von Deutschen versucht, zumindest den Rostocker Stadtteil Lichtenhagen mit Brandsätzen ausländerfrei zu machen. Seinerzeit reagierte die Politik darauf mit jeder Menge Verständnis und der Konsequenz, das Asylrecht faktisch einfach abzuschaffen; schließlich könne man der Bevölkerung den „massenhaften Asylmissbrauch“ nicht mehr zumuten. Derlei ist heute nicht mehr zu vernehmen, und zwar vornehmlich aus zwei Gründen: Zum einen gibt es am Artikel 16 des Grundgesetzes oder dem Ausländerrecht nicht mehr viel zu verschärfen; zum anderen hat der Pogromismus sich tatsächlich als echtes Investitionshindernis erwiesen und daher ausgedient. Als guter Deutscher hat man nun seine Vergangenheit bewältigt und bringt deshalb keine Ausländer mehr um, sondern beurteilt sie zuvörderst nach ihrem Nutzen für Staat und Vaterland: Wenn sie in irgendeiner Weise geeignet sind, für Weltoffenheit und Toleranz zu bürgen – wie bei der Fußball-Weltmeisterschaft –, wenn sie Kongruenzen mit den handelsüblichen deutschen Feinden zu bieten haben – wie nicht wenige Muslime – oder ökonomisch wertvoll sind, umgarnt man sie oder lässt man sie doch zumindest weitgehend in Ruhe.
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Nationalität ist kein Qualitätsmerkmal.
"Ich habe einmal irgendwo gesagt, die machen alles falsch, die Autonomen, aber sie geben Hoffnung. Ich meine das in dem Sinne, daß wahrscheinlich die Perspektive falsch ist, aber wenn schon in dieser Gesellschaft ein Element des Bruchs vorhanden ist, dann ist das diese Autonomiebewegung. Ihr macht alles falsch, aber das ist sozusagen ein Funke Hoffnung."
- J.Agnoli -
"Ich habe einmal irgendwo gesagt, die machen alles falsch, die Autonomen, aber sie geben Hoffnung. Ich meine das in dem Sinne, daß wahrscheinlich die Perspektive falsch ist, aber wenn schon in dieser Gesellschaft ein Element des Bruchs vorhanden ist, dann ist das diese Autonomiebewegung. Ihr macht alles falsch, aber das ist sozusagen ein Funke Hoffnung."
- J.Agnoli -

Kris
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