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Reply · Quote Hjalmar #1
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Subject: Musikalische Impressionen
Der 11.12

Ich hetze die Treppe hoch, Bier schwappt aus dem Plastikbecher und trifft meine immer noch kalte Hand. Ablecken, weiter rennen. M8.. Scheiße wo ist mein Platz? Himmelblau geht gerade zu Ende. Fuck bin ich Weit hinten. Scheiß Sitzplätze naja egal hauptsache die Musik geht ab. Boah nur neue Lieder die ich nicht kenne und die Stimmung im Raum ist eher mittel, doch da kommen die ersten Granaten und mein Haar bewegt sich langsam immer schnelle rauf und runter und hin und her. Ich passe einfach nicht auf diese Tribüne, hier wirke ich wie ein Alien zwischen den ganzen mitgeschleiften Eltern und irgendwelchen Studentenpäärchen, die doch glatt soweit gehen, das sie ein wenig tanzen oder sogar mit dem Kopf nicken. Trotzdem ein geiler Ausblick auf die amtlichen Walls of Death, die ich absolut nicht erwartet habe. Fuck ist das eng auf diesem scheiß Platz und der Sound ist hier hinten auch leiser, aber egal ich scheiß' drauf ich schreie meine Lungen raus und lassen den Kopf bis zur Extase kreisen.

Ein gestörter Kobold in mitten von Normalos, der die Lieder seiner kindeheit hört und erlebt.

Rebell, das "letzte" Lied des Abends, alle um mich herum sind mir völlig egal und ich schreie so sehr das man mich mehrere reihen weit lauter als Farin Urlaub hört. Alle schreien nach Zugabe, ich sitze ein wenig enttäuscht auf meinem Sitz und wünsche mich in den Innenraum zu all den Soziologiestudenten, Kleinkindern und Bravopunks, mit denen ich mich so verbunden fühle wie Budweiser mit V+. Zugabe folgt auf Zugabe und die Lieder werden immer geiler, Dinge von denen, Schunder Song, endlich schwitze ich und werde heiser. Dann Unrockbar:  Es war ein Anblick den man nicht beschreiben kann. Wenn man dierekt in der Tribünenmitte sitzt im Blickfeld ca. 10.000 Menschen, die alle im selben moment aufspringen und Unrockbar schreien, unbeschreiblich, alleine dafür hätte ich bezahlt. Die gloreichen 80er kehren zurück. "damals, als die Ärzte noch gut waren..." . El Cattivo (mit zeichentrick film), Babypunks.
Dauerwelle vs. Minipli. Unten eine riesige Wall of Death mit einem disco Tänzer in der Mitte. Oben ein einsamer Metalhead zwischen alten Menschen und ernsthaften Discotänzern lässt zu seiner Kindheit die Matte schwingen.


...Ich will zurück....
"Also ich finde ja insgeheim schon lange, das Hjalmar eine unverkennbare Ähnlichkeit mit Joda hat... Dieses kauzige!" ~ Dunja
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Reply · Quote MaJule (Moderator) #2
User title: wer bin ich und was mache ich hier??
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Du Arsch ey ich wäre auch sooooo gerne da gewesen.Sei froh das du überhaupt da gewesen bist!!
Aber sie werden ja wohl nicht nächstes Jahr aufhören,also von daher.
du bist und du bleibst das was du immer schon warst....
Reply · Quote Dennis (Administrator) #3
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Dienstag 15:20: Turnen endet, da unsere Lehrerin ebenfalls nach Hannover muss. Das macht ganze 20min mehr zu hause. Kurz etwas essen in mich hinein schieben, meinen Rucksack mit Wasser, Brötchen und Boxen, sowie mir einen Lernzettel für Geschichte + Geschichtsbuch packen und um 16:18 nach Hannover fahren. In der Bahn versuche ich verzweifelt noch etwas Wissen in meinen Schädel zu bekommen.  Um 17:30 standen wir dann vor der Tui-Arena und warten. Wir lernen ein paar Leute kennen und warten, während wir das erste mal das neue Album richtig mit den Boxen hören. gegen 17:45 geht eine riesige Panasonic anzeige an und präsentiert Pixelfehler. 17:50 verwandelt sich die Anzeige in ein Rauchverbotzeichen. Um etwa 18Uhr war dann auch schon frühzeitig Einlass. An der Garderobe versuche ich meinen mit Jacken und Pullovern überfüllte Rucksack abzugeben, werde aber selbst bei Nachfragen ignoriert. Nach 15min des Wartens war ich dann aber doch meinen Rucksack los.
Dann ging es auch schon Richtung Innenraum. Ich finde einen Platz etwa 7m von der Bühne entfernt etwas weiter links (aus Sicht der Bühne). Die Vorband bemühte sich ab 19:15 konnte mich aber nicht ganz überzeugen wegen ihrer Stilrichtung die doch eher Richtung Jazz ging. 30min nach Ende der Vorband wird es um 20Uhr dunkel. Vor mir ein Großer Vorhang mit einem ä mit 3 Punkten, darunter 2 Knochen wie bei einer Piratenflagge. Die Ärzte Beginnen mit Himmelblau und nach der ersten Strophe fällt der Vorhang während man von einer Vielzahl von Scheinwerfern geblendet wird. Alles drängt sich zu dem Zeitpunkt nach vorne. Alle haben den selben Plan sich durch pogen möglichst weit nach vorne zu befördern. Dadurch wird man allerdings nur noch zusammenquetscht und kippt entweder nach vorne oder nach hinten. Man kann sich nicht mehr bewegen. Nach dem 2. Lied beschließe ich zunächst doch etwas mich nach außen zu bewegen, wo auch einige Freunde sein sollten, welche ich sehr schnell verloren habe. Das Konzert verläuft schlicht weg Hammer auch wenn ich schon nach den ersten paarn Liedern bemerke, dass ich mehr hätte essen und trinken sollen. Ein paar neue Lieder gefallen mir nicht so gut und ich nehme mir die Zeit etwas zu verschnaufen. Es bilden sich einige Wall of Death auch wenn diese teils recht merkwürdig abliefen. Es bildet sich ein Kreis und meist zum Refrain stürzte alles in die Mitte, jedoch liefen die hinteren rein sehr schnell wieder zurück, sodass meist nur ein paar wenige im Inneren pogten (kann man schlecht beschreiben...). Vor der ersten Zugabe reichte die Security Becher mit Wasser rein, wofür ich furchtbar dankbar war. Allem in allem ein sehr geiles Konzert! Auch wenn mich ein paar Sachen gestört haben. So gab es zum Beispiel keinen einzigen Pyroeffekt, was ich bei einer so großen Halle und den Ärzten schon erwartet hätte. Das Lied "Tut das nicht" war einfach nur schlecht. Sie haben die Leute aufgefordert keine Raubkopien anzufertigen von ihren Alben. Dafür dass sie vor einem Publikum standen mit 12.000 Zuschauern, die mind. 30€ gezahlt haben, kam mir die Sache zu ernst rüber, wenn man bedenkt, dass auf anderen Konzerten Raubkopien legitimiert werden.
Nach dem Konzert ging es erstmal Richtung Toilette und Wasserhahn. Um 0:40 war ich zu hause und nach knappen 6h Schlaf ging es dann in die Schule um Geschichte zu schreiben. Die Arbeit war leicht - aber nicht in meinem Zustand. In der 4. Stunde SR-Sitzung und nach der 7. Stunde Schluss. Um kurz vor 5 musste ich schon wieder los zur Gesamtkonferenz, welche ich vorzeitig verlassen musste um noch den Zug nach Hannover zu bekommen um mit der Klasse Woyzeck im Theater zu sehen. Als ich dann um 20 vor 11 zu hause war ging es nach erledigen von Hausaufgaben ins Bett.

Nun bin ich immer noch müde. Ich glaube ich gehe heute doch mal etwas früher ins Bett zu mal ich das ganze Wochenende ebenfalls nicht ausschlafen kann. Tut mir Leid um das Pizzaessen :(
Reply · Quote Hjalmar #4
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Quote by Dennis:
Das Lied "Tut das nicht" war einfach nur schlecht. Sie haben die Leute aufgefordert keine Raubkopien anzufertigen von ihren Alben. Dafür dass sie vor einem Publikum standen mit 12.000 Zuschauern, die mind. 30€ gezahlt haben, kam mir die Sache zu ernst rüber, wenn man bedenkt, dass auf anderen Konzerten Raubkopien legitimiert werden.

typischer Ärzte Humor
"Also ich finde ja insgeheim schon lange, das Hjalmar eine unverkennbare Ähnlichkeit mit Joda hat... Dieses kauzige!" ~ Dunja
Reply · Quote Hjalmar #5
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Das Blitzlichtgewitter hört auf, eine kurze Pause, Drumsolo und dann "Rache" - Zeit zum Durchatmen. Ich war auf ein beknacktes Konzert voller Frutten vorbereitet aber nicht auf das: Corpsepaint, unglaubliche Prrformance, geniale Stimme, perfekte Songauswahl und ein amtlicher Moshpit. Samsas Traum haben mir das beste Konzert seit Sepultura vor knapp einem Jahr gezaubert.

Elektro?- Falsch! Metal up your ass!
Rumgezappel auf der Bühne? - Headbangen und Handpuppen!
Synthi? - Drummer, 2 Gitarristen, Basser und einen 2m Derwisch hinterm Mikro
80er Wave-Cover? Darkthrone Cover!

Während Emos und einige Frutten miesepettrig das Musikzentrum verlassen freuen sich ca. 100 Metalheads des Lebens tanzen ausgelassen und gehen ab wie Sau. Optisch und Musikalisch brutal-genial. Der Stilwechsel vom letzten Album (wurde übrigens GANZ gespielt!!) wird auch in den Neu-Interpretationen von alten Stücken wie "Stromausfall im Herzspital" deutlich. Metal ist die Parole.

Bier austrinken, den bereits verspannten Nacken mit einem Lächeln ignorieren und ab in den Moshpit von "Anti".

Perfekt
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